Heilige und heilende Dunkelheit 2-2

Als ich damals im christlich-katholischen Kinderheim gelebt habe und in dessen religiöse Mythologie eingebunden worden bin, machte ich damit ein paar sehr spezielle Erfahrungen. Das Weltbild dort war ausgeprägt schwarz-weiss, und es wurde intensiv zwischen dem Guten, dem Himmel(Oben) und Gott, sowie dem Bösen, der Hölle(Unten) und dem Teufel gependelt. Da mir diese Mythologie als Tatsache, als echt und wahr vermittelt wurde, blieb mir somit gar nichts anderes, als mich danach auszurichten und daran zu orientieren. Das war dann hilfreich, wenn ich z.B. in der Nacht sehr Angst hatte, und dann mein Bett 'bebeten' und mit geweihtem Wasser 'segnen' und damit schützen konnte. Auf der anderen Seite zerbrach ich mir den Kopf darüber, dass der Teufel einerseits klar der Böse und Dunkle war, der 'liebe Gott' anderseits der Helle und Heilige sein sollte, sich aber eigentlich völlig anders verhielt. Denn er war ein Gott der Verfolgung und Strafe, ein Spanner der mir ständig über die Schulter blickte und dauernd mit dem Zeigefinger drohte. Er sollte das Licht sein, war aber mehr wie eine riesigschwarze und beänstigende Gewitter-Wolke - wie konnte das nur sein?

 

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Vollmond zwischen Birke und Holunderbusch
Vollmond zwischen Birke und Holunderbusch

Als ich wiederum in Guatemala und in Peru gewesen bin, hatte ich keine wirkliche Handhabe zur Verfügung und wie ich mit den Geschehnissen und Kräften dort umgehen konnte, weil mir deren Kultur unbekannt war. Ich erinnere mich z.B. deutlich, wie wir mit einer Schrottkarre von Taxi mit grosser Geschwindigkeit ins Hotel gefahren sind, aber der Weg dorthin führte über dunkle und seltsame Wege. Irgendwann habe ich den Erzengel Michael als schützende Kraft angerufen, aber zu meinem Erstaunen, zeigte sich mir dieser völlig anders als sonst. Statt mächtig, stark und hell-leuchtend, war dieser in eine schwarze Rüstung eingekleidet und strahlte für mich auch etwas dunkles, düsteres und beängstigendes aus - was ich anfänglich gar nicht verstehen konnte. Später habe ich dann bei den Einheimischen erfahren, dass der Erzengel Michael auch bei (schwarz-)magischen Ritualen angerufen wird, um unter anderem mit seinem Schwert unliebsame Menschen zu verletzen oder gar zu töten. .... Das war völlig neu für mich und anfänglich kaum erfassbar! Aber ich lernte ebenso, da alles in die Polarität eingebunden ist und damit auch der Erzengel Michael zwei Arten von Wirkkräften hat.

 

Oder ich nahm an Heilritualen teil, da wurde der Herr der Unterwelt, der Teufel persönlich angerufen und gar 'gechannelt', um ihn darum zu bitten, von einem Menschen abzulassen, bzw. dass er dessen (Teil-)Seelen-Aspekte freigibt. So etwas habe ich bei uns noch nie erlebt, da wird der böse und dunkle Lord(Teufel) höchstens bekämpft und mit den Kräften des Guten angegangen! ..... Dann in Peru, was hatte es mit diesem fliegenden 'Vogel' oder 'Wesen' auf sich, das mit mächtigen und lauten Flügelschlägen aus der stockdunklen Nacht auftauchte, meine kleine Hütte deutlich hörbar umflog, und sich dann im Baum der über die Hütte ragte, niederliess? Ich wusste nur, dass ich mich trotz Warnung diesem riesigen 'Geist-Vogel' und meiner Angst stellen musste, was ich unter inneren Anrufungen und Gebeten auch tat, nur um verwundert festzustellen, dass auf dem Baum nichts war. ..... Oder was hatte es mit den grossen, dunkel-beharrten und aufgebrachten Wesen auf sich, die während einer nächtlichen Zeremonie auftauchten und wütend versuchten in den Tempel einzudringen? Ich 'sah' diese so echt und deutlich, dass ich weder im Moment noch später an eine Projektion glaubte.

 

Im Falle der aufgebrachten Dunkel-Wesen war es einerseits der Schamane, der diese mit seinen Gesängen, Gebeten und seinem Tabakrauch daran hinderte in den dunklen Tempel einzudringen. Anderseits spürte ich noch etwas anderes, das jedoch nicht sichtbar war im Raum, und das den Schamanen unterstützte und ihm wie uns beistand. Aber ich wusste weder dort in Peru noch in Guatemala, aber ebenso wenig in meiner eigenen Vergangenheit, mit was ich es bei all diesen 'Kräften' zu tun habe. Hatte ich es ausschliesslich mit gelebter und erlebter Mythologie, also mit selbst belebter Geschichte zu tun, oder war und ist da mehr? Als Folge davon - und mehr -,  musste ich alles noch einmal anfangen zu hinterfragen und mich neu orientieren. Dies konnte und kann ich aber nicht tun, indem ich mit meinem Geist die eigene Geschichte und Kultur einfach abschneide und ablege, weil ich mich und meine Seele damit selbst 'entleere' und 'unterbinde'. Es wäre das was ich zuvor schon erwähnt habe, wenn 'das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet wird', sondern es geht darum, bewusst in die eigenen inneren und äusseren Mythen einzutauchen und diese zu nutzen.

 

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All dies bekam für mich eine noch viel grössere Gewichtung, als ich der Physikalischen Medialität begegnete und deren menschlichen Medien, und ich voller Verwunderung und Begeisterung in dieses Kraftfeld eintauchte. Denn es waren für mich nicht einfach nur die Hervorbringung der physikalischen Phänomene als solches und die mich 'riefen', sondern es war ebenso der Umstand, dass in völligen Dunkelheit gearbeitet wurde und dieser meinem Wesen entsprach. Dies alles brachte für mich viele Erkenntnisse und neue Einsichten mit sich, die meine bisherige weltlich-spirituelle Suche, sowie persönlichen Forschungen deutlich erweiterten und vertieften. Z.B. war es für mich sehr interessant zu beobachten, dass die verschiedenen physikalisch-medialen Medien zwar alle mehr oder weniger die gleiche Fähigkeit haben, diese aber teils äusserst unterschiedlich zum Ausdruck brachten. Dies geschah nicht nur in der äusseren Form und in der Manifestation der Phänomene, sondern auch innerhalb des eigenen spirituellen Weltbildes und wie sie das Geschehen erklärten. Im grossen Ganzen unterschied sich das, also nicht zu meinen bisherigen 'Mythen-Erfahrungen'!

 

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"Man erlangt umfassende Einsicht und Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man ebenso in die Dunkelheit hinabsteigt und diese erforscht." R.W.S

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