Heilige und heilende Dunkelheit 2-1

Wir mögen auf der Ich- und Ego-Ebene noch so stark oder stabil sein, schlussendlich sind wir aber immer von einem noch viel Grösser-Umfassenderen umgeben, durchdrungen und darin eingebunden. Das was ich kenne, oder das was mir im Moment möglich ist aufzunehmen im Verhältnis zu dem was tatsächlich ist - Sein -, ist ein minimaler Bruchteil. Das bedeutet somit, dass das mir völlig Unbekannt-Fremde weit umfassender und grösser ist, als ich es mir wohl je vorstellen kann - und da will ich auf Schutz oder Führung verzichten?! ..... Wie schon gesagt, in der 'realen' äusseren Welt würden wir das nie tun, weil uns der Alltag schnell eines anderen belehren würde, und dieser ein achtsames und konstruktives Herangehen erfordert. Indem wir aber die innere Welt abgewertet haben und diese oft nicht mehr als 'wahrhaft-real' erleben, kümmern wir uns nicht mehr gross um diese, und wenn, dann höchstens noch um die psychisch-psychologischen Aspekte. Aber eigentlich wäre da mehr, und es ist die Nacht und Dunkelheit mit ihrer natürlichen und besonderen Kraft, die uns mit diesen 'anderen', 'geheimnisvollen' und 'magischen' inneren Welten wieder (mehr) in Kontakt bringen kann.

 

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Vollmond über den Hausdächern.
Vollmond über den Hausdächern.

In den letzten Jahren habe ich (leider) kaum noch Nächte in der freien Natur verbracht, ich war mit anderen Aspekten meines Lebens intensiv beschäftigt, aber in dieser Phase ist dafür unerwartet die 'Physikalische Medialität' aufgetaucht. Seither sitze ich nun regelmässig in der Dunkelheit, zwar nicht in der freien Natur, dafür in einem so stark geschützten Rahmen, dass ich mich ganz und gar auf die 'Nacht-Kräfte' einlassen kann. Zuerst geschah dies überwiegend in Séancen bei und mit verschiedenen physikalischen Medien, später kam dann meine eigene Arbeit und der eigene Zirkel für physikalische Medialität hinzu. Ebenso 'sitze' ich viel für mich alleine in der Nacht, da ich öfters unter Schlaflosigkeit leide, weiss ich auf diese Weise meine Zeit zu nutzen und auszufüllen. Und obwohl ich somit zwischenzeitlich viele Stunden in der Dunkelheit - möglichst bewusst - verbracht habe, fühle ich mich damit immer noch absolut unwissend und unerfahren. Aber eines weiss ich mittlerweile doch ganz sicher, dass die Dunkelheit und Schwärze, und die Ruhe und Stille die damit einhergehen, mein eigenes Inneres deutlich 'lauter' machen, ebenso was im Aussen um mich geschieht.

 

Das ist eines der grossen Geschenke der Nacht und Dunkelheit, sowie der Ruhe und Stille die damit einhergehen, dass diese nämlich alles 'heller' und 'lauter' machen, und man viel feiner spürt und wahrnimmt. Das gilt für das eigene Innere, wie aber auch für das unmittelbar Äussere, und dass man auf beide sehr empfindsam reagieren kann, wenn man sich dafür öffnen oder gar darin eintauchen will. Damit ergeben sich auch schon die zwei grundlegenden Herangehensweisen, dass man zum einen mit Unterstützung der Dunkelheit sein Inneres leichter erforschen, zum anderen z.B. im Zirkel für physikalische Medialität, die 'Kräfte' und 'Energien' im Aussen besser wahrnehmen kann. Beide Weisen sind äusserst anregend und interessant, lehrreich und eindrücklich, farbig und erhellend, aber ebenso können sie auch beängstigend und irritierend, herausfordernd und anspruchsvoll sein! ...... Aber ob so oder so, für mich persönlich ist es sehr hilfreich, wenn ich mich insbesondere bei der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit den Kräften der Nacht und Dunkelheit, auf Führung und Schutz berufen kann - sei dies weltlich und traditionell, sowie symbolisch und spirituell.

 

Das Lesen von Büchern über andere Kulturen, aber insbesondere meine Begegnungen mit Völkern und deren mythologische Vielfalt haben mich fragen lassen, was es denn hier bei uns entsprechendes (noch) zur Dunkelheit und Nacht gibt. Was ist zu finden an mythologischem Wissen in meiner eigenen Kultur, hier wo ich meine Wurzeln habe und wo ich herkomme, und vor allem, wie lässt sich dieses mit meinen eigenen Erfahrungen in Einklang bringen? Es ist das was ich als 'weltlich' und 'traditionell' bezeichne, das was 'von Aussen' kommt, und mir helfen kann oder könnte, das was 'von Innen' kommt zu verstehen, bzw. einzuordnen, und sich in mir 'symbolisch' und 'spirituell' äussert. Aber mit Bestürzung habe ich feststellen müssen, dass dies gar nicht so einfach zu holen oder zu ergreifen ist, sowohl ,von Aussen' wie 'von Innen' her. So gibt es zwar schon Symbole die sich auf das 'Dunkle' beziehen, man denke an die Schwarze Katze oder an Freitag den 13. (Unglück), ebenso an Raben/Krähen oder Eulen(Tod), die zumeist aber alle eher negativ assoziiert werden. Das Gleiche gilt für Gestalten wie den Schwarzen Mann, Dämonen oder den Teufel - aber wieso ist das so?

 

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Ich verstehe, dass wir diesen Kampf oder Konflikt zwischen 'Gut' und 'Böse', zwischen 'Licht' und 'Dunkel' personifizieren und symbolisieren, sowie projizieren und ausagieren müssen, denn auf die Weise können wir diese Kräfte besser handhaben. Weltlich tun wir das an uns selbst, in unseren Familien, hin zur Gesellschaft und Politik, übertragen aber ebenso auf die Tier- und Pflanzenwelt - ..... überall haben wir unser 'Schwarzes Schaf'. Religion und Esoterik sind davon nicht ausgeschlossen, genauso das Unten und das Oben, das Innen und das Aussen, immer ringt die Polarität in Form von 'Engelsgestalten'(1) und 'Dämonenwesen'(2) in und mit uns. Und wenn dieser Konflikt persönlich nicht nur im Weltlichen(Mitte) stattfindet, dann wird er in andere Bereiche verlagert, in eine Hölle oder zu Unterweltlichen(Unten/Innen), in den Himmel oder zu Ausserirdischen(Oben/Aussen) - immer haben wir irgendwo unsere 'dunklen' Teufel(3), Reptiloide(4) oder Asuras(5) die mit den 'hellen' Gegenkräften ringen. Ich selbst würde nicht wagen zu behaupten, dass es diese oder jene Kräfte gibt oder nicht, weil ich es einfach nicht weiss, suche darin jedoch eher nach einem handhabbaren Kern für mich.

 

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"Man erlangt umfassende Einsicht und Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man ebenso in die Dunkelheit hinabsteigt und diese erforscht." R.W.S

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