Über Gedankenwelten, Geist und Seele - 5

Obwohl es noch so einiges zum Thema zu sagen, schreiben und ergänzen gebe, will ich mit diesem 5ten Teil diese Artikelreihe zu Ende bringen. Möchte an dieser Stelle aber erneut Bezug darauf nehmen, wie ich diesen Text zu Anfang begonnen habe, nämlich mit meiner Geschichte im Kinderheim und wie ich dort die Spaltung vom Unten und Oben erlebte. Dabei habe ich schon angedeutet, dass ich diese Spaltung heute im Äusseren weiterhin erkennen kann, einerseits weltlich, aber ebenso in den esoterisch-spirituellen oder auch neu-religiösen Kreisen. So besteht eine auffällige Ausrichtung auf den Geist und das Oben, und dass mit diesen alles erfasst und erschaffen, oder durch das Göttlichen alles erwartet werden kann.

Das interessante aber ebenso problematische am absteigenden Energiefluss ist, dass dieser einerseits tatsächlich nach Lust und Laune geformt werden kann - das gehört und wie ich denke zum Überlebensmechanismus. Denn der Geist muss sich von Geburt an flexibel an seine jeweiligen Umstände anpassen und an diesen ausrichten können, dazu gehört auch der Einbezug von erweiterter Wahrnehmung. Anderseits besteht jedoch die Gefahr, dass man sich mit Überzeugungen, Vorstellungen oder Phantasien überidentifiziert oder darin aufgeht. Die Folge davon ist, dass man den Boden und die Wurzel, sowie den Zugang zum Unteren Selbst wie der eigenen Seele verliert, und sich statt dessen vor allem am Ego-Ich orientiert.

 

Im Weiteren erinnern mich all die Ideen über den Geist und wie dieser 'richtig' gehandhabt und 'angegangen' werden muss, sehr an die religiösen Gebote die man mir aufgedrängt hat, z.B. die Vorgaben wie man sich genau zu verhalten oder zu denken hat. Nur fürchtet man sich heute weniger vor der Strafe Gottes oder einem der Teufel holt, sondern eher, dass man mit seinen Gedanken schlechte Energien erzeugt und damit mit negativen Folgen für sich rechnen muss. Oder wenn man nicht immer möglichst positiv ist, dass man sich ungünstige Umstände schafft sowie ungute Ereignisse in sein Leben zieht. Und das mag zwar teilweise wirklich so sein, aber das was mich dabei stört, ist das Unbewegliche und teils Zwanghafte.

 

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Ich orientiere mich mittlerweile wenn es um den persönlichen sowie spirituellen Weg geht, an einer leichten Faustregel: wenn ich bei und in mir bin, im unmittelbaren Leben und Jetzt, mit dem Körper und 'aufströmenden' Unten verbunden, dann kann ich davon ausgehen, dass ich gut 'eingestimmt' bin. Das Gegenteil ist: je mehr ich im Dort, im Oben und Aussen bin, sowie 'absteigend' aus dem Kopf heraus agiere, desto weniger bin ich bei mir selbst, sowie in mein natürliches (unteres) Selbst eingebunden. ..... Das ist für mich eine sanfte Orientierungshilfe, kein strenges Gebot, und schon gar nicht um mich oder jemand anderen zu beurteilen oder gar zu verteilen. Allerdings hilft mir diese Faustregel schon auch im Umgang mit dem Du, ......

 

..... um für mich etwas einschätzen zu können - sowohl bei weltlichen wie feinstofflichen Persönlichkeiten und Wesenheiten - wo diese selbst stehen. Sprechen diese mehrheitlich von geistigen Dingen und aus dem Kopf heraus, und seien die Bilder noch so schön und farbig, dann bin ich eher zurückhaltend, selbst wenn der Urheber sich als aufgestiegener Meister oder Engel ausgibt. Denn ob Mensch oder Wesenheit, ob sie sich ihrem Selbst erst annähern oder schon tief aus ihrer Seele sprechen, immer wird es 'erdig' und 'authentisch' sein. Auch wird es nicht nur um Licht und Liebe gehen, sondern ebenso um Dunkelheit und Schmerz, sowie wahrem Menschsein und echter Menschwerdung, jenseits von Verklärung oder Flucht.

 

Denn schlussendlich geht es um Ausgewogenheit sowohl zwischen unten und oben, links und rechts, sowie allen Variationen der Polarität, und dass ALLES seinen Platz hat. Es gibt kein Licht ohne Dunkelheit, keine Freude ohne Schmerz, kein Gut ohne Böse - sowie jeweils umgekehrt! Ich persönlich glaube nicht, dass wir NUR hier sind um das Licht zu ergründen, sondern ebenso die Dunkelheit, denn wie will ich sonst lernen mit diesen umzugehen, wenn ich nicht mitten hindurch gehen kann? Ein 'schlechter' Gedanke bringt mich - oder andere - nicht gleich um, so wie mich ein 'guter' Gedanke nicht gleich in den Himmel führt, aber erst in der natürlichen Auseinandersetzung mit beiden, werde ich wirklich authentisch wachsen.

 

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"Man erlangt umfassende Einsicht und Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man ebenso in die Dunkelheit hinabsteigt und diese erforscht." R.W.S

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