Vom Werden und Sein - 2

Diese Jahrzehnte an äusserer und innerer Arbeit, haben mich an den Ort geführt wo ich heute im Leben bin und stehe. Die verschiedenen Bemühungen und Forschungen haben mir dabei geholfen, einerseits mich selber besser kennenzulernen - wer und was ich bin -, anderseits die äussere Welt und ihre Eigenheiten zu ergründen. Ich habe jetzt so etwas wie ein Grundstock: physisch und psychisch, weltlich und spirituell. Aber von abgeschlossen oder rund keine Rede, sondern da gibt es weiterhin so einige äussere und innere Baustellen die es noch zu verstehen und meistern gilt. Aber nun wo ich tatsächlich und spürbar in eine zweite Lebenshälfte eingetreten bin, wo ich die Schwelle zwischen den zwei sich überkreuzenden Kreisen überschritten habe, ändert sich spürbar etwas in mir. So kommt das Ich-Ego immer wieder an seine Grenzen, reines MACHEN und HANDELN aus ihnen heraus funktioniert nur noch bedingt. Und an bestimmten Punkten in meinem äusseren und inneren Leben, komme ich trotz aller Bemühungen nicht mehr weiter oder nicht auf einen grünen Zweig. Der Verstand und das Wissen sind dazu ausgeschöpft, Leib und Seele vom TUN und WERDEN erschöpft, das Ich/Ego hat als heldenhafter Einzelkämpfer getan was möglich ist.

 

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Das Ich/Ego ist plötzlich - oder in meinem Fall langsam Schritt um Schritt - immer wieder an den Punkt herangeführt worden, an dem es um LOSLASSEN und HINGABE, sowie um etwas Grösseres geht. Der archetypische Held kommt immer wieder ins Stolpern, fällt manchmal zu Boden, und ist erschöpft vom Kampf gegen und mit dem Drachen. Das was bleibt ist irgendwann aufgeben, aber nicht dasjenige Aufgeben bei dem man sich in einer Ecke mit verletztem Stolz verkriecht, sondern jenes bei dem man demütig den Kopf senken und das Knie beugen muss. Das Ich/Ego muss an dieser Stelle zwar nicht sterben und sich auflösen, aber es wird sich wandeln und anpassen müssen! Die Ich-Persönlichkeit wird weiterhin ein einzigartiger und wundervoller Stern im Kosmos sein, aber sie wird erkennen müssen, dass sie nur eine von vielen und wie diese, aus einem viel grösseren 'Etwas' hervorgegangen ist. Und dieses GRÖSSERE und ETWAS - das-mit-den-vielen-Namen -, das kann (zuerst) nur über das SEIN und die HINGABE erlebt und erfahren werden. Dem Ich/Ego sind in seinem selbstbezogenen Wachsen natürliche Grenzen gesetzt, und will die Persönlichkeit weiter reifen und gedeihen, dann geht das nur in der Hingabe an das SELBST und GRÖSSERE.

 

Es ist das, was ich hier als den 'Heimweg' und 'das nach Hause gehen' bezeichne. Es ist das was mein Grossvater zwar damals in der Vision nicht ausgesprochen, aber im Hintergrund ebenfalls gemeint hat, als er mich 'nach Hause' geschickt hat und mich nach meinen Wurzeln hat suchen lassen. Die einen Wurzeln sind weltlicher, die anderen sind spiritueller Art! Und in Menschenleben habe ich mittlerweile 14 Jahre gebraucht, um nun vielleicht die ersten sieben symbolischen Schritte auf diesem Pfad gemacht zu haben. Es waren reiche aber auch herausfordernde Jahre, und ich habe mehr über mich und meine weltlichen Wurzeln erfahren, als ich es mir hätte träumen lassen. Auch sonst, aus gesundheitlich-psychologisch-spiritueller Sicht, habe ich in diesem Zeitabschnitt viel Neues erkennen und verstehen können. Bis dann ganz auffällig innerhalb von Monaten, einerseits sehr wichtige Bezugspersonen, Menschen und Tiere verschwunden oder verstorben sind. Oder anderseits im Frühjahr mein geliebter physikalisch-medialer Zirkel so durchgeschüttelt wurde, dass nur noch der 'harte Kern' übrig geblieben ist. Es ist das was ich meine wenn ich von 'abschälen' oder 'ablösen' spreche, und all das Äusserliche und Innerliche geht oder wegfällt, wenn es Zeit ist oder nicht mehr passt.

 

Ich spreche und schreibe hier im Moment nicht nur von den normalen Alltagsprozessen und Ich-Entwicklungen, sondern es geht hier um Rhythmen und Kräfte im Leben, die grösser und schlussendlich immer stärker sind. Während es aber und wie schon gesagt, im ersten Lebenskreis mehr um das WERDEN gegangen ist, wird es im zweiten Lebenskreis mehr um das SEIN und HINGEBEN gehen. Alles was überflüssig ist oder nicht mehr passt, alles was nicht mit dem wahren und tieferen SELBST in Einklang ist, wird sich dem GRÖSSEREN anpassen müssen. Nicht um das Ich/Ego zu kränken - auch wenn es dafür das Knie beugen muss -, sondern um dieses aus seiner eigenwilligen Beschränkung zu lösen und auf eine 'höhere Ebene' zu heben. All dies kann man auch als den psychologischen wie spirituellen Teil betrachten, es geht jedoch ebenso um wahre Heilung und Heilwerdung. Wie gesagt, ich habe auch einen 30-jährigen Therapie- und Heilungsweg hinter mir, und ich bin dabei nicht nur durch viele Prozesse gegangen, sondern habe dazu auch viele Bücher gelesen sowie so einige Heil-Techniken erlernt. Und all das um heute zu wissen-spüren, dass ich immer noch nicht weiss was Heilung ist, wie Heilung geht, noch wie man Heilung wirklich (er)wirkt!

 

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Wenn man anfängt ins SEIN einzutauchen, dann hat das nichts damit zu tun, dass dann nichts geschieht oder man sich in einem Feld des ausschliesslichen 'Nichts' bewegt. Sondern der SEINS-Zustand ist etwas lebendiges und auf gewisse Weise etwas sehr aktives - man könnte diesen auch als eine weibliche Form des WERDENS bezeichnen. Der Unterschied besteht darin, dass man bei der männlichen Variante des WERDEN selbst aktiv wird und ist, während es im SEIN geschieht und dieses mit einem macht. Darum hat es mit HINGABE und LOSLASSEN zu tun, jedoch sei gesagt, dass man dies meist nicht freiwillig tut, sondern man vom Leben 'hingenötigt' wird. Denn der Zustand des SEINS bringt über früher oder später alles nach oben, was man bisher verdrängt, unterdrückt oder abgespalten hat. Ebenso holt es unweigerlich all jene Ich-Ego-Aspekte hervor die bisher verhindern, dass man sich dem SELBST und GRÖSSEREN öffnen kann. Es reicht dann nicht mehr über 'höhere Einsicht' zu verfügen oder den Kopf voller Bücherwissen zu haben, dies alles gehört zur OBERWELT, ebenso die Ich-Ego-Entwicklung. SEIN-Wachstum 'geschieht', ..... führt in die UNTERWELT hin zum SELBST, zu authentischer Entfaltung, und wahres Wissen erhält man 'unmittelbar'.

 

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Zu Teil 1

"Man erlangt umfassende Einsicht und Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man ebenso in die Dunkelheit hinabsteigt und diese erforscht." R.W.S

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