Zirkel-Ritual Samhain 4-2

Wenn ich als Medium, Heiler und ähnliches mehr - aber auch als Mensch -, mich nur soweit für die Kräfte und das Leben öffne, dass ein grossteil der Energien 'neutral' und 'rundherum' aufnehme, dann gehe ich am Wesentlichen und am Potenzial vorbei. Denn es geht nicht darum sich in einem menschlich-heilend-medialen Prozess zu distanzieren, sondern sich im richtigen und passenden Moment persönlich zurückzunehmen zu können. Das Leben und die Kräfte müssen uns 'ergreifen' und 'berühren' können, einerseits damit wir selbst heilen und wachsen, anderseits, dass dann durch uns andere 'berührt' und 'ergriffen', und damit heilend bewegt und angeregt werden können. Selbstverständlich hat auch 'neutrale' Heil-Energie ihre Wirkung und diese ist ein Teil des grossen Ganzen, aber das Aufkommen des 'perpheren Heilens', geht deutlich einher mit einer Verlagerung auf das 'Absteigende'. Man kann zwar auch das 'Aufsteigende' inhaltlich umgehen und von-unten Energie neutral aufsteigen lassen, aber das ist viel schwieriger als von-oben. Jedoch volles Mensch-Sein und Mensch-Werden geht immer mit Berührung-Einlassen einher, und daraus folgt dann Bewegung-Entwicklung!

 

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Ich empfinde es als eine sehr schöne und kraftvolle Zeit, wenn die Nächte immer noch länger und tiefer werden, es hat etwas sehr ruhiges und entspannendes in sich. Leider ist es auch eine sehr gehetzte Zeit, und vor Weihnachten und Neujahr, will noch so vieles erledigt und angegangen sein. Aber das ist nicht normal und gesund, denn die Natur signalisiert deutlich, dass es eigentlich Ruhe- und Rückzugszeit ist! Wenn die Tage wieder länger werden, die Kälte sich zurückzieht und die Kraft des Frühlings erwacht, dann wäre es wieder Zeit, frisch und erholt an neue Projekt im Leben heranzugehen. Jedoch wir sind Menschen, können uns auch ausserhalb der Natur und Naturrhythmen bewegen, was wir nur zu offensichtlich leben und ausleben - aber zu welchem Preis an der Natur, deren Geschöpfe und an uns selber? ...... Sehr einfach ausgedrückt: wenn die Tage länger werden und die Sonne stärker wird, Frühling und Sommer, Element Erde und Feuer, dann ist die Zeit für mehr äussere Aktivitäten und Bewegungen. Wenn die Nächte länger werden, die Sonne sich zurückzieht, Herbst und Winter, Element Wasser und Luft, dann ist die Zeit für mehr inneren Rückzug und Besinnung.

 

Im Frühling und Sommer spriesst und gedeiht das Leben - männliches Prinzip/Oberwelt -, im Herbst und Winter vergeht es und stirbt - weibliches Prinzip/Unterwelt. Somit sind wir jetzt eigentlich in der Zeit des Rückzugs und des Sterbens, im weiblichen Prinzip der Hingabe und des Loslassens. ...... Ich spreche hier natürlich in groben Einteilungen und eher einfacher Symbolik, aber es geht mir darum etwas darlegen und ein (erneutes) Verständnis wecken zu können. Denn das natürliche Geschenk einer Jahreszeit und ihre jeweilige Qualität, ist ein Gabe der Natur und Kräfte an uns mit der wir 'mitgleiten' können, wenn wir uns denn dafür öffnen können und wollen. Im Falle der jetzigen Winter-Jahreszeit, ist es unter anderem die Reise in die äussere und innere Nacht und Dunkelheit, tief hinein in die Unterwelt und das Verborgene. Auf der einen Seite geht es dabei einfach nur um Rückzug, Stille und Erholung, auf der anderen Seite um Loslassen und Sterben, sowie um Hingabe und Öffnung an das 'tiefere Grosse' in und um uns. Denn nur wenn wir 'sterben', loslassen und uns hingeben, werden wir das Leben und das unmittelbare Jetzt wirklich erfahren und erfassen können.

 

Das Unten können wir nicht denken, das Unten können wir nur 'aufsteigen' lassen, empfinden und spüren, und erst dann in Gedanken und Bilder übersetzen. Das Unten ist somit nur mit Hingabe, Empfangen und Einlassen erreichbar, darum entspricht dieser Energiefluss dem weiblichen Prinzip und dem Aspekt des SEIN. Und im SEIN ist das zu finden und zu erfahren was wir wirklich sind, was in uns angelegt ist, was es braucht damit wir wahrhaftig erfüllt und glücklich sein können. Sich auf das SEIN einzulassen bedeutet loszulassen und all das zuzulassen was ist, das was wirklich IST. Kein Verdrängen und Unterdrücken mehr, kein Abspalten und Ignorieren, kein künstliches Positiveren und Schönreden! Der Zustand des SEIN's offenbart das was wirklich ist, im Guten wie im Unguten, ist gleichzeitig Leere und Fülle, kann aber nur auf uns 'richtig' und heilend einwirken, wenn wir uns von diesem ganz und persönlich erfassen lassen. Wir treffen hier auf das interessante Paradox, dass wir in das Leben 'hineinsterben' müssen, und es verlangt, jene 'falschen' und vereinnahmenden Kontrollen des Oben und WERDEN's loszulassen, die dem Unten und SEIN nicht dienen.

 

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Heilende und öffnende Zirkelarbeit in der Hingabe an die Dunkelheit und heiligen Kräfte.
Heilende und öffnende Zirkelarbeit in der Hingabe an die Dunkelheit und heiligen Kräfte.

Wenn ich Wörter wie SEIN und IST verwende, dann umfassen und beinhalten diese genau das was ich in mir erlebe und erfahre, trotzdem sind sie auf diese Weise irgendwie mehr 'leer' und 'neutral'. Aber das Unten und das Sein werden nur auf diese undefinierbare Weise erlebt, wenn man sich nicht persönlich auf diesen Energiefluss einlassen kann, denn dieser ist prall gefüllt mit dem was wir eigentlich suchen und was wir brauchen. Da der Zugang zum Innen und insbesondere zum Unten aber häufig eingeschränkt oder gar blockiert ist, müssen oder können wir auf Hilfsmittel und Hilfskräfte zurückgreifen - womit wir wieder bei Kristallschädel, Katakombenheilige & Co. sind. ...... Ich möchte auf diese nun noch etwas umfassender eingehen, damit man aber deren Wirkweise noch etwas besser erfassen und greifen kann, zuerst noch auf eine weitere Facette zum Thema hinweisen. Es gilt dabei zu verstehen, dass es zwei verschiedene Arten des Sterbens gibt, auch wenn sie deutlich miteinander verwandt sind. Die eine ist das Sterben ins Leben hinein, die andere das Sterben in den Tod hinein, die erste Art gehört zur Erde und Unterwelt, die zweite Art zum Himmel und zur Oberwelt.

 

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"Man erlangt umfassende Einsicht und Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man ebenso in die Dunkelheit hinabsteigt und diese erforscht." R.W.S

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