3 Jahre Hirschmond-Zirkel - 1

Für mich selbst kaum zu glauben, aber der Hirschmond-Zirkel - mit Schwerpunkt auf experimentelle physikalische Medialität - ist im September 3 Jahre alt geworden. Nun gut, das ist natürlich noch kein wirkliches Alter, aber irgendwie und insgesamt doch erfreulich, und dass wir bisher alle Hürden haben meistern können. Und im Vergleich zu den ersten beiden Jahren, ist dieses 3te Jahr insgesamt sehr ruhig und entspannt verlaufen, keine Konflikte oder Spannungen, so dass wir uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren konnten. Zwar können wir weiterhin nicht von überragenden äusseren physikalischen Ergebnissen berichten, aber in den mehr feineren Bereichen tut sich ganz deutlich etwas, ebenfalls in den jeweils eigenen Entwicklungen der TeilnehmerInnen. Und ich selbst kann nur mit grossem Staunen auf all das zurückblicken, was sich in und mit mir getan hat, seit zu meiner sonstigen inneren und äusseren Lebenssituation sowie Arbeit, die Beschäftigung mit der physikalische Medialität hinzugekommen ist. Auch hier spreche ich nicht von offensichtlichen Wunder und Phänomenen, sondern was in und mit mir geschieht, und wie ich mich wandle und verwandle.

 

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Symbolisch lässt sich diese (Ver-)Wandlung gut mit dem Einrichten des Zirkel-Raumes umschreiben. Zu Anfang und die ersten Monate, hatte ich jeweils nur die physikalische Medialität im Kopf und habe jeden Zirkel-Abend darauf gehofft, dass nun irgendetwas mit uns oder im Raum geschieht. Zwar hatten wir dann nach ungefähr einem halben Jahr tatsächlich erste 'Phänomenchen' im Raum und das ist auch weiterhin mal mehr oder weniger so, aber sonst ist äusserlich bisher nichts mehr hinzugekommen. Aber je mehr ich mich in das Ganze weiter vertieft habe, desto mehr ist mit mir selber geschehen, einerseits in der eigenen Arbeit mit der Trance, anderseits wie ich alles angeschaut und betrachtet habe. Dazu muss man auch wissen, dass ich für solch einen Zirkel-Abend immer alles herrichten und meinen Praxis-Raum dazu jeweils 'umbauen' und 'verwandeln' muss. Wenn man nun rechnet, dass wir pro Jahr im Minimum 40 mal einen Zirkel abgehalten haben, habe ich mittlerweile den Raum mindestens 120 mal extra für diesen Anlass zumeist alleine hergerichtet. Für den Aufbau brauche ich dafür gut eine Stunde, für die Hin- und Rückfahrt jeweils sogar noch etwas mehr.

 

Natürlich beschäftige und bewege ich mich auch sonst regelmässig im Kraftfeld der physikalischen Medialität, ebenfalls bin ich auch beim Abbau und der Rückverwandlung des Zirkelraumes mit dabei, aber diese anderen 2 Stunden haben eine ganz eigene Qualität. Mit jedem Aufbau bewegt sich klein wenig etwas in mir, aber schon auf dem Weg in den Raum geht es los, dass ich in ein anderes 'Feld' eintrete', dass ich zwar weiterhin in der physischen Welt bin, aber etwas ändert sich und geschieht mit mir. Dies verstärkt sich dann noch einmal um ein vielfaches mehr, während ich den ganzen Aufbau mache, Fenster verklebe, das Kabinett montiere und den Raum insgesamt herrichte. Und hatte ich früher nur die physikalische Medialität im Kopf, so richte ich mittlerweile nicht nur den Raum, sondern zuerst einmal den Boden her - für mich und die TeilnehmerInnen, sowie die Spirits. Ich erschaffe eine Art Parallel- und Nachtwelt, als Gegenpol zur Alltags- und Tageswelt, einen speziellen Boden und Raum die eine andere Art von Erfahrung überhaupt erst möglich macht. Dieses bewusste Erschaffen des Bodens, Raumes und der 'Höhle', ist mir sehr wichtig geworden!

 

Das hört sich gut an und das ist es auch, aber man muss auch wissen, dass ich Familie und Arbeit habe. Ich pendle zwischen Mann-, Vater-, Hausmann-Sein sowie meiner Teilzeit-Beschäftigung, und dass ich in diesen Rollen oft nicht weiss wo mir der Kopf steht weil so viel los ist. Dann muss ich mich immer wieder einmal ganz fest überwinden, an einem Zirkel-Morgen in den Raum zu gehen um alles vorzubereiten, und von einem Teil der Stadt zum anderen, in mehr oder weiger gefüllten Strassenbahnen (Tram) zu fahren. Aber spätestens wenn ich dann im Raum bin und mich an die Herrichtung und Verwandlung desselbigen mache, dann ergreift mich dieses 'Andere', dann spüre ich wie sich diese andere Qualität aufbaut, und sich manchmal gar die 'Spirits' bemerkbar machen durch einen 'Eindruck' oder sogar durch Geräusche. Und so ist in diesen über 120 mal Raum-Herrichten, abgesehen vom Kopf und Herz, mittlerweile auch ein starker Boden zum Thema entstanden und er ist mir gar der Wichtigste geworden. Und ich bin noch weit entfernt diesen Prozess in mir abgeschlossen zu haben und fast jedes Mal frage ich mich, wie ich es noch besser machen könnte.

 

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Eigentlich steht der Kraft- und Zeit-Aufwand, sowie Auf- und dann auch Abbau des Zirkel-Raumes, in keinem Verhältnis zu der eigentlich kurzen Zeit die ich dann im Kabinett selbst verbringen kann. O.k., der Spass ist eigentlich zweiteilig, denn auf der einen Seite ist das Sitzen für die anderen TeilnehmerInnen, sowie das Beobachten, Wahrnehmen, Spüren von dem was bei und mit ihnen geschieht wenn sie sitzen (und diese damit auch unterstütze). Auf der anderen Seite dann das eigene Sitzen, einmal pro Wochen das praktische 'Üben' in eine Trance zu gehen, sich hinzugeben an die Spirits, in eine innere Welt eintauchen die selbst nach 3 Jahren teils immer noch völlig fremd und unbekannt ist. Hier einerseits zu versuchen das umzusetzen was man von den physikalischen Medien/-Lehrer vermittelt bekommen hat, anderseits im Ganzen seine ganz eigene Wege zu suchen und herauszufinden, was und wie es 'richtig' ist oder sein könnte. Und gerade in diesem Punkt bin ich für mich selbst froh, dass ich von Anfang an Oui-Ja-Board, Tischchen & Co. für diesen Zirkel ausgeschlossen habe, weil mich diese äusseren Formen von 'Sensationen' zu fest vom Inneren ablenken (würden).

 

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(sinngemäss nach C.G. Jung)

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