Blutmond-Ritual 2

Ganz zu Anfang und als erster Auftrag zu diesem Blutmond-Ritual, haben wir uns im Umfeld einen Gegenstand suchen müssen, ein Stein, ein Blatt, ein Stück Holz, oder etwas anderes, und haben dort all das hineingeblasen, das wir nicht mehr möchten. Das finde ich eine schöne symbolische Handlung, eine Botschaft an das innere Selbst, was man gerne im Leben loshaben und loslassen, abgeben und übergeben, oder einfach verändern möchte. Und diesen Gegenstand haben wir dann in eine kleine Erdmulde gelegt, also den Erdkräften übergeben, damit diese das 'Zersetzen' und 'Auflösen' dieser (schweren) Themen übernimmt. Möglich gewesen wäre sonst auch die anderen Elemente zu nutzen, das Wasser-, Luft- oder das Feuer-Element, aber das letztere war nicht möglich, die Erde damit das naheliegenste. ..... Dies war eine Form von 'Analogie-Zauber' und der auch tatsächlich wirkt, vorausgesetzt man glaubt daran und vertraut darauf, dass es innere und äussere grössere Kräfte gibt, die diese Verwandlung und Veränderung wirken können. Dabei liegt hier mein Schwergewicht auf den Worten 'Vertrauen' und 'Verwandlung', was ich noch klein etwas näher ausführen möchte.

 

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Despacho - Blumenaltar mit Süssigkeiten (Foto: cha-sta)
Despacho - Blumenaltar mit Süssigkeiten (Foto: cha-sta)

Abgesehen von den für mich etwas einseitigen Worten über den Mond, hat mich noch etwas anderes klein wenig unangenehm berührt, und was die sonst interessanten Ausführung der Ritual-Leiterin betroffen haben. Als es um die Anweisung und Erklärung für die Spiralen-Begehung ging, sagte sie in etwa sinngemäss, dass man aus seiner Vergangenheit einfach alles loslassen soll und kann, was persönlich nicht mehr brauchbar und stimmig ist - und es heutzutage (dafür) auch keine psychologische Therapien mehr braucht. ..... Darüber habe ich an früherer Stelle in den Berg-Initiations-Texten schon einmal geschrieben, weil ich solch eine Aussage nicht zum ersten Mal höre, und bis heute nicht daran glaube, dass ein 'Loslassen' so einfach möglich ist. Ich bin seit Jahrzehnten in meiner Innenwelt unterwegs, habe dazu verschiedenste psychologische Unterstützung, psychoaktive Hilfsmittel und Meditation in Anspruch genommen, aber noch nie ein solches Loslassen erlebt, dass sich etwas einfach so auflöst und verschwindet. Wenn eine Art von Loslassen geschehen ist, dann erst indem sich zuvor etwas in mir gewandelt hat und das Bestehende, sich dadurch verändern konnte.

 

Zumindest in meinem Fall denke ich heute, dass ich auf gewisse Weise wie aus vielen Teilen zusammengesetzt bin, und dabei jedes dieser Teile seinen ihm eigenen Platz (eingenommen) hat. Solch ein Persönlichkeits- und Seelenanteil, kann man nun im Normalfall nicht einfach wegnehmen und loslassen, weil sonst das ganze Gefüge zusammenfallen, bzw. ein spezifischer Persönlichkeitsanteil einfach fehlen würde. Aber ein Seelen-Teil kann sich so weit wandeln, verändern oder entwickeln, dass es auf neue Art und Weise ins Gefüge passt, und dabei gibt es tatsächlich zusätzlich ein 'Kniff' der helfen kann. Aber auch dieser 'Kniff' muss normalerweise über eine gewisse Zeit erarbeitet sein und gelingt zumeist nicht auf Anhieb, da man dafür zuerst die persönlichen Eigenarten oder Feinheiten seines Wesens, sowie seiner Psyche und Seele entdecken und erfahren muss. Und dieser 'Kniff' besteht ganz simpel darin, dass man sich innerlich und/oder äusserlich an eine tiefere und höhere Kraft, an ein grösseres und umfassenderes Etwas wendet. An etwas das über mich als Ego-Ich-Person hinausgeht und das aus einer weiteren, positiveren und heileren Quelle schöpft.

 

Ganz absichtlich verwende ich hier nicht das Wort 'Gott', 'göttliches Wesen' oder etwas wie 'höheres Selbst', weil das zu schnell in eine religiöse oder esoterische Richtung gedeutet werden könnte. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass man zu diesem 'Etwas' unbedingt eine Individual-Erfahrung machen muss und es erst dann (vielleicht) benennen kann. Es ist etwas das unmittelbar in und mit mir wirkt, so dass man es sehr leicht übersehen oder auch übergehen kann, von daher spreche ich persönlich eher von einer tieferen, höheren und umfassender 'Kraft' die mit mir ist. Diese 'Kraft' ist eher subtil und leise, statt laut und offensichtlich - zumindest bei mir -, und ich kann jede Bitte und jeden Wunsch äussern und sie hilft dabei diese zu erfüllen oder zu verwirkliche. Aber sie macht das einerseits nicht immer wie mein Ego-Ich sich das vorstellt, anderseits auch nicht in dem Tempo wie ich es gerne hätte. Manchmal müssen zuerst Dinge gelernt, verändert oder gewandelt werden, bis sich etwas so erfüllen, verwirklichen oder manifestieren kann, wie ich es mir vorgestellt habe, bzw. mit meinem Ich-Selbst in Einklang sind. ...... Aber 'es' hilft und unterstützt tatsächlich!

 

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Unter dem Strich muss ich hinterher sagen, dass ich dieses 'Blutmond-Ritual' nicht mit demselbigen habe wirklich in Einklang und Verbindung bringen können, dafür ist dieser Mond einfach als vorherrschende Kraft zu wenig präsent gewesen. Ich habe auch nicht die Spiralen durchlaufen, weil das Thema und die Gedanken dazu für mich im Moment nicht unbedingt stimmig waren, aber ich habe sehr gerne dabei unterstützt, rasselt für andere den Ritual-Raum zu halten. Aber hätte ich nicht an diesem Ritual teilgenommen, dann wäre dieser spezielle Mond einfach an mir vorbei gegangen, ich hätte dieses besondere Familien-Erlebnis nicht gehabt, und auch diese Gedanken wären nicht gemacht und aufgeschrieben worden.

 

So aber vertiefe ich u.a. meine Wahrnehmung über vertikale und horizontale Polarität, nähre in mir die Einsichten, dass wir nicht nur von der weiblichen Erde (Erdmutter) und von der Frau geboren, sondern ebenso von der männlichen Erde (Erdvater) und vom Mann geschaffen werden. Denn die Hälfte von mir ist in einer warmen Vater-Höhle (Hoden/Sperma) geschaffen worden, bevor ich mich mit meinem anderen Teil verbunden und wir zusammen ausgetragen wurden (Ei/Gebärmutter). Ebenso hat der Mond als HüterIn der Nacht eine weibliche und männliche Seite, ebenfalls gilt das für die Sonne als Kraftquelle des Tages, und beide haben ausgewogene weltlich-spirituelle Qualitäten für die Frau und wie für den Mann anzubieten.

 

...... ja und der 'Blutmond' selbst? Ich weiss es nicht wirklich! Jetzt einmal abgesehen von den weltlich-astronomischen Fakten, ebenso von den esoterischen Theorien und die man nicht beweisen kann, spüre ich halt am liebsten einfach in mich hinein. ..... So orientiere ich mich gerne am offensichtlichen: Sonne und Mond sind so oder so immer da, aber die eine erhellt den Tag, der andere die Nacht und stehe somit als Symbolik für sich. Und ein roter Mond mit einem nahen roten Mars, lädt (mich) vielleicht dazu ein, sich 'expansiv' etwas mehr gegen innen (Nacht) als nach aussen (Tag) zu richten. Denn die übertriebene menschliche Aktivität ist verantwortlich, für die vielen globalen Probleme mit denen wir zu kämpfen (Mars) haben.

 

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(sinngemäss nach C.G. Jung)

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