Blutmond-Ritual 1

Diesen Text-Teil beginne ich, nachdem ich zusammen mit meiner Familie am 27. Juli an einer Blutmond-Zeremonie gewesen bin, die auf gewisse Weise im gleichen Kraftfeld stattgefunden hat, wie meine Berg-Initiation (Apukuna Karpay). Wichtig ist mir aber einmal mehr zuerst zu sagen, dass all diese Worte aus meiner persönliche Wahrnehmung heraus entstanden sind und sämtliche Gedanken hier, nur meine eigene weltliche und spirituelle Suche spiegeln. Denn ich möchte all das was gelaufen ist für sich selbst stehen und unbehelligt lassen, und nehme somit alles andere zu mir - im Guten wie im Unguten. Aber grundsätzlich bin ich völlig ohne Vorbehalte an dieses Ritual gegangen, und war einfach nur gespannt was da kommen würde, aber gleichzeitig bin ich meinem Wesen entsprechend, immer am beobachten, spüren und am lernen. Jedoch war es zuerst einmal mehr eine Herausforderung für mich, überhaupt an das Ritual zu gehen, da bei solchen Anlässen immer zuerst einmal meine Schüchternheit und Zurückhaltung überwiegt. Denn viel Menschen gleich auch viel Eindrücke, Informationen, Farben und Muster die sich 'im Raum' bewegen, und denen ich standhalten können muss!

 

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Vergangenheits- und Zukunftsspirale (Foto: ro-sta)
Vergangenheits- und Zukunftsspirale (Foto: ro-sta)

Grundsätzlich soll gesagt sein, dass ich das Ritual recht schön fand und es genossen habe mit meiner Familie daran teilzunehmen und insbesondere erleben zu können, wie meine Kinder sich eingegeben haben. Auch die Veranstalterin und Ritual-Begleiterin hat sich sehr bemüht, für uns einen kraftvollen Rahmen und Raum zu schaffen, den sie ja kurzfristig noch anders gestalten musste. Noch am Abend zuvor war wegen der anhaltenden Trockenheit im Wald und am Waldrand, vom Kanton ein absolutes Feuerverbot ausgesprochen worden, womit das ursprünglich geplante Vollmond-Feuerritual umgewandelt werden musste. So sind dann aus elektrischen Lichtlein zwei Spiralen gebildet worden, wobei jene links herum für die Vergangenheit gestanden ist und jene rechts herum führend für die Zukunft. Und während rundherum - insgesamt eher zaghaft - getrommelt, gerasselt und gesungen worden ist, konnten auf Wunsch und nach Bedürfnis, die über 30 TeilnehmerInnen meditativ die Spiralen durchschreiten. Dabei ging es darum zuerst in die Vergangenheitsspirale zu gehen um dort Altes loszulassen, um dann kraftvoll und positiv gestimmt in die Zukunftsspirale einzutreten.

 

Nach diesem Prozess und der schon eine Weile gedauert hat, sind wir an den Waldrand gegangen um einerseits den rötlich gefärbten Mond sehen zu können - der mittlerweile am Himmel aufgetaucht ist -, anderseits um dort ein 'Despacho'(1) aufzubauen und abzuhalten. Dabei geht es einerseits darum die Erde und das Leben zu ehren, anderseits z.B. mit Gaben von Blumen und Süssigkeiten, rituell die Süsse und Fülle des Lebens zu rufen, sich darauf auszurichten, und dass diese das eigene Leben erfüllen mögen. Und genau dies haben wir dann auch getan, alle haben Blumen und Süssigkeiten mitgebracht, die wir gemeinsam ausgelegt, und folgend 'energetisiert' und 'gesegnet' haben. ..... Auf dem Rückweg über das Feld, sind wir vier noch einen Moment auf dem Rücken ins Gras gelegen, und haben den wunderbaren Sternenhimmel und den roten Mond betrachtet. Ganz langsam ist dieser wieder von links nach rechts hell geworden, während diese eindrückliche rot-dunkle Einfärbung langsam gewichen ist. Ich konnte dabei gut verstehen, dass einige Menschen mit diesem Ereignis etwas unglückhaftes assoziieren, weil es schon etwas schaurig-schönes auf sich hat.

 

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Was für mich an diesem Ritual persönlich weniger gestimmt hat und ich hier ebenso einbringen möchte, waren teils die Erklärungen sowie das Bezugssystem die die Ritualleiterin eingebracht hat. Die Wirksamkeit von Ritualen stelle ich grundsätzlich nicht in Frage, sehe aber auch, dass es der Fokus ist der einerseits die Richtung der Energie bestimmt, anderseits ein Grundempfinden stimuliert und auslöst. Und wenn dann wie bei den gegebenen Erklärungen z.B. nur die weibliche Seite des Mondes sowie der Erde erwähnt wird, ausserdem teils noch in einem anderen Bezugssystem als dem Einheimischen, erreicht mich das weder als Mann noch als ortsansässiger Mensch. Dabei wird gar übergangen, dass für unsere Vorfahren der Mond männlich war - der Mond! -, ebenfalls wird das Einheimische übergangen, wenn nur vom Kolibri und Kondor erzählt wird, und damit die Menschen ins Dort statt ins Hier zieht. Es geht aber für uns/mich nicht darum, das Dort übermässig zu heiligen und zu ehren, sondern überwiegend das Hier, die einheimische Natur und Kräfte zu schützen und zu bewahren, zu ehren und zu heiligen. Dort wo der Fokus ist vermehrt sich die Energie!

 

Ich weiss, ich wiederhole mich in Variationen immer wieder mit solchen und ähnlichen Aussagen wie die obigen, aber es ist dies auch ein Spiegel davon wo ich selbst stehe und was mich beschäftigt. Immer wieder spüre ich in solche Situationen oder Momente hinein, bin sehr bemüht gut 'hinzufühlen' und 'hinzusehen' was mit mir geschieht und was in mir ausgelöst wird. Manchmal denke oder meditiere ich über einen bestimmten Aspekt stunden-, wochen- oder gar monatelang nach, damit ich diesen wirklich er-fassen und er-greifen kann. Selbstverständlich geht es mir auch nicht darum, dass man von anderen Glaubenssystemen und Kulturen nichts lernen oder gar übernehmen soll! Aber wenn man etwas adaptiert, dann muss es in das persönliche und örtliche Hier und Jetzt integriert werden können, ansonsten bleibt es auf gewisse Weise immer ein Fremdobjekt. So kann ich mir eine Geschichte vom Kolibri und Kondor schon anhören, bzw. mir Wissen über ihre mythologisch-spirituelle Seite aneignen, aber da es diese Tiere hier bei uns nicht gibt, können sie auch nicht an das Hier angeknüpft werden. Somit kommen diese Vögel als 'Krafttier' hier niemals zur vollen Geltung!

 

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