Séance, Seminar und persönliche Eindrücke 3

Bewusst oder unbewusst sind wir immer auf der Suche nach dem heilend 'Tieferen' oder 'Höheren', als Gegenpol zu den Herausforderungen des Alltages und des Lebens, sowie den Schattenseiten der Unter- und Oberwelt. Dann wenden wir uns (eventuell) an die Götter, an Heilige, Propheten, Engel, Meister, und ähnlichem mehr, weil sie dieses 'Tiefere' und 'Höhere' in ihrem Wesen und/oder mit spezifischen Attributen verkörpern. So habe ich z.B. am Tag des Seminars bei Mychael vernommen, dass es am Vorabend eine geschlossene Séance gegeben hat, zu der nur 'Anhänger/Schüler' von Meister H. geladen gewesen sind. Dort hat er sich dann zusammen mit der Meisterin Kwan Yin(1) gezeigt, und dabei wurden eine grössere Menge an Perlen materialisiert (apportiert), die zu den Attributen der Kwan Yin gehören und ein Symbol, sowie ein Zugang zu bestimmten psychischen Aspekten darstellen. ..... Für mich steht mittlerweile ausser Frage, und ganz gleich auf welches Glaubens- und Bezugssystem man sich bezieht, dass das jeweilige Einlassen immer etwas wirkt-bewirkt (weiblich) - und ob weltlich oder spirituell -, man damit auch etwas erwirken-verwirklichen kann (männlich).

 

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Das Problem für mich sehe und erlebe ich nicht darin, dass es Figuren wie Jesus, Lady Nada, Meister H., Kwan Yin, oder verschiedene Götter, Heilige, Engel und anderes mehr geben soll. Diese sind sogar wunderbar und sehr hilfreich, weil wir auf diese verschiedene archetypische Eigenschaften mit entsprechenden Attributen projizieren, und wiederum auf uns zurückwirken lassen können. Man könnte auch sagen, dass sie eine Art von Spiegel und Reflektion unserer eigenen 'tieferen' und 'höheren' Potenziale, Eigenschaften, Fähigkeiten und Möglichkeiten sind! ..... Die Problem entstehen dann, wenn man den Archetyp und/oder Mythos 'überhöht', also überwiegend an das Über-Ich und/oder den absteigenden Fluss anbindet, und sich auf verschiedene Weise davon vereinnahmen lässt. Dies bringt dann keine 'positive' Ausformung der eigenen Persönlichkeit und des Selbst mit sich, sondern eine Verformung, und statt liebe- und kraftvoll gefördert, aufgebaut und ausgebildet zu werden, wird man überdeckt, beengt oder gar besetzt. ..... Es gilt, dass das Grössere und Absteigende dem Aufsteigendem dienen muss, damit das Aufsteigende authentisch dem Absteigendem und Grösseren dienen kann!!

 

Ein weiteres Problem sehe ich nicht nur in der Überhöhung, sondern in der überwiegenden Einseitigkeit und Fixierung auf das Absteigende. Wie schon einige Male gesagt, hat dieses sehr wohl seinen Nutzen und seine Wichtigkeit, aber ausser Wissen, Einsicht und Vision kann es uns nur wenig mehr geben, und kann nur bedingt dabei helfen zu werden wir wirklich sind. Wissen ist hilfreich(!), aber wir hier sind regelrecht süchtig nach Informationen durch den 'absteigenden Energiefluss', nach dem Wissen von 'Aussen' und 'Oben'. Einerseits holen wir dieses durch weltliche Medien aller Art, anderseits wollen wir dieses durch das 'Göttliche' und 'Höhere' erhalten, spirituelle Medien und Meister, und ähnliches mehr. Auf esoterisch-spirituell-religiöse Wellen stürzen wir uns regelmässig, tauchen hungrig darin ein und erhoffen bewusst-unbewusst jedes Mal, dass diese nun endlich unseren Hunger stillt und uns zu dem macht was wir uns wünschen. So gibt es z.Z. in der Schweiz ein Mutter-Tochter-Gespann das solch eine Welle ausgelöst hast, die Menschen stürzen sich einmal mehr darauf, erhöhen alles und lassen sich mitreissen, und merken kaum, dass es wieder 'nur' von oben kommt.

 

Und diese Welle wird genau so vergehen wie andere Wellen zuvor, und viele begeisterte Menschen werden danach ebenfalls noch am gleichen inneren Ort stehen wie zuvor. Vielleicht hat man tatsächlich etwas gelernt und sein (Kopf-)Wissen erweitert, aber damit ist man als Persönlichkeit selbst, noch lange nicht 'weiter' und 'vorwärts' gekommen. Damit dies geschieht, muss man gleichzeitig oder zuerst 'zurück' und 'rückwärts', muss nach Innen und Unten, aber dies fällt uns irgendwie auffallend schwer. ..... Dabei finde ich gerade all die (Edel-/Symbol-)Steine die durch die physikalischen Medien 'gebracht' werden, eigentlich ein sehr schönes Symbol und das uns aufmerksam werden lassen sollte. Denn Steine sind als Roh- und Ausgangsmaterial eine Schöpfung der Erdkräfte, wurden in und mit der Erde unter verschiedensten Bedingungen ge- und erschaffen. Und damit gehören sie ursprünglich und zuerst zur Unterwelt und zum aufsteigenden Energiefluss, und erst dann und in Verbindung mit dem absteigenden Energiefluss, erhalten sie ihren Schliff, Glanz und ihre Form. Zuerst 'von unten' das Grund- und Rohmaterial, erst dann mit dem 'von oben' den möglichen Glanz.

 

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Heiliger Synesius (Katakombenheiliger) - Bremgarten/AG
Heiliger Synesius (Katakombenheiliger) - Bremgarten/AG

In dem 'von unten' finden wir uns selbst, unser wahres Selbst, dort sind nur wir, unsere Ahnen und Wurzeln, sowie die Erde selbst. Und zwischen unseren Wurzeln und in der Erde drinnen, haben wir alle - symbolisch gesprochen - eine kristallene Höhle in der noch andere wertvolle Steine wachsen, edle Metalle die das Gestein durchziehen, ausserdem eine heilende Quelle die darin plätschert. All das wird von Drachen (Erdkräften) bewacht und die nur darauf warten, das wir zu ihnen hinabsteigen, uns ihnen öffnen und sie sich für uns eröffnen können. ..... Oder ein anderes Symbol sind die Katakombenheiligen(2) der christlichen Kirche. Hier haben wir die knöcheren Überreste eines Menschen der gestorben ist und begraben wurde in der 'Unterwelt'. Das Skelett selbst ist geformte Erde und steht symbolisch auch für unsere eigenen Ahnen, die vor uns gekommen und gegangen sind. All die Stoffe, Steine und Metalle der Dekoration, waren ursprünglich ebenfalls Rohstoffe der Erde, bis sie veredelt und einer 'tieferen' und 'höheren' Absicht zugeführt wurden. Und damit trägt solch ein Heiliger nun das Potenzial des 'Unten' in sich, die heilsamst-heiligsten Anlagen und Gaben in uns zu wecken!

 

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1 = Kwan Yin  ( 1 / 2 / 3 / 4 )  2 = Katakombenheilige ( 1 / 2 / 3 / 4 )

"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man auch die Dunkelheit erforscht."

(sinngemäss nach C.G. Jung)

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