Berg-Initiation (Apukuna-Karpay) 4.3

Ich bin mittlerweile ein weiteres Mal an meinem 'Wurzel-Ort' gewesen, erneut zusammen mit meiner Frau und unseren zwei Kindern, und ich habe diesen einen weiteren speziellen 'Kraft-Platz' gezeigt. Auch dieser und wie so vieles in der Region, ist mir von meinem Pflegevater nahe gebracht worden, und er mag als Mensch eine schwierige Persönlichkeit gewesen sein, aber einen gewissen Draht zur Natur hatte er. Der Ort selbst hat etwas familiäres, und auch wenn er etwas abgelegen ist, lädt er mit seinen Nischen und Höhlen regelrecht ein, ihn mit Kindern aufzusuchen. Aber es ist auch ein guter Platz, einen 'Stein- und Felsen-Geist' auf mich einwirken zu lassen, weil er eine gewisse Ruhe, Geborgenheit und ein Gefühl des Schutzes vermittelte. Jedoch ist mir erneut dabei klar geworden, dass ich zwar solche Plätze und Örtlichkeiten kenne, aber bisher mehr auf einer weltlichen und eher oberflächlichen Ebene. Auf einer energetischen oder gar spirituellen Ebene, ist aber noch so vieles offen und unbeantwortet, jedoch steht mir damit ein Bereich zur Verfügung, der einerseits ebenfalls dem Initiation-Grundstein zugehörig ist, anderseits noch der ausführlichen Erkundung harrt.

 

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....... im Mund des Felsengeistes.
....... im Mund des Felsengeistes.

Dass es sich bei solchen 'Fels- oder Berggeistern' nicht um eine Phantasie handeln muss, konnte wir aus einer Geschichte heraushören, die uns Don Hernan am Seminar erzählt hat. Und zwar gab es zu Zeiten seiner Grossmutter, nach einem schweren Unwetter das die Ernte vernichtet hat, eine Phase von Not und Hunger. Daraufhin wandte sich diese immer wieder an die Berggeister, brachte Opfergaben dar und bat um Hilfe und Unterstützung. Dann, als sie völlig verzweifelt war, weinte und nicht mehr wusste wie sie ihre vielen Kinder noch nähren sollte, begegnete ihr in den Berg ein Mann in einem auffallend gelben(?) Poncho. Dieser fragte sie, wieso sie so verzweifelt sei und weine, worauf sie von ihrer Not erzählte und der Mann darauf versprach, ihr zu helfen, wenn sie am nächsten Tag wieder komme. Dies tat sie, nur dass der Mann nicht wieder auftauchte, worauf sie in ihrer Verzweiflung weiter Opfer an die Berggeister brachte. Auf dem Rückweg aus den Bergen ins Dorf, sah sie jedoch plötzlich etwas gelbes leuchten und stiess auf ein Feld von gelb-blühenden Pflanzen, aus deren Blätter sich eine Art Spinat, sowie die Wurzeln gekocht werden konnten.

 

Als Aussenstehender kann man solche Geschichten in Frage stellen oder gar ganz ablehnen, aber man kann auch einfach offen sein - ohne gleich an alles glauben zu müssen - und die Bereitschaft haben, eigene Erfahrungen zu machen. So ging denn auch obige Geschichte noch weiter, denn der Mann der sich im gelben Poncho der Grossmutter 'gezeigt' hat, tat dies erneut. Diese Mal jedoch kam er in einem Traum, um sich einerseits zu offenbaren, anderseits um zusätzliche Anweisungen zu geben, tat dies aber ausdrücklich deswegen, weil die Grossmutter immer Opfergaben dargebracht hatte. ........ Auch dies, eine wunderbare und lehrreiche Geschichte, wie es sie wohl bei diesen Menschen noch so einige gibt - wie jedoch ist das bei uns? Um ehrlich zu sein, mir hat noch nie jemand 'Einheimischer' eine Geschichte von solcher Art erzählt, aus der Region die ich nun mehrmals besucht habe, sind mir nicht einmal Märchen, Sagen oder Legenden bekannt. Vielleicht gibt es sie, aber wenn dann eher versteckt, und schon gar nicht ist ein (vererbtes) kulturelles Wissen und Vorgehen vorhanden, wie man mit diesen 'Natur-Kräften' und 'Geister-Welten' natürlich kommuniziert und umgeht.

 

Die (katholische) Kirche bei uns und deren Lehren, deckt nur einen eingeschränkten und für sie stimmigen Bereich ab, anderes wird abgelehnt oder gar 'verteufelt'. Wunder verschiedener Art werden teilweise noch eingeräumt, sind aber nur unter den für sie akzeptablen Glaubensvorstellungen anerkannt, aber irgendwelche Natur- und Berggeister gehören ganz sicher nicht dazu. Ebenfalls werden auch gerne Floskeln daher gesagt, wie, dass wenn man etwas nicht unmittelbar sehen und greifen kann, es auch nicht vorhanden ist. Aber auch dies ist nur ein Ausdruck der persönlichen Glaubenswelten, denn 'Dinge' zu sehen, zu hören und anderes mehr, sind sehr wohl natürlich in unserem körperlichen und energetischen System angelegt! Die entsprechenden 'Andockstellen' und 'Nervenbahnen', müssen aber zum reagieren und wachsen angeregt werden, was ich auch gerne als 'Eröffnung' bezeichne und bei einigen Menschen einfacher geht, andere dafür jedoch etwas länger brauchen. Es ist wie wenn man etwas Neues lernt, sei das ein Handwerk, eine Sprache, oder etwas anderes das zuerst ungewohnt ist, mit ständiger Wiederholung aber immer leichter und fliessender wird.

 

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Ich habe meinen Grossvatter und Onkel erwähnt die mir 'erschienen' sind, und die auf die Apukuna Karpay übertragen, zum 2ten Stein, zum Herzstein gehören. Wenn man die 3 Steine auf den schamanischen Weltenbaum überträgt, dann gehört der 2ten Stein ebenfalls zum Herz, ebenso zur Mittelwelt, vor allem aber zum Stamm und damit zum Familien-Stamm. Wir alle sind Kinder der Erde (Mittel-/Unterwelt) und des Himmels (Mittel-/Oberwelt), und werden durch diese Kräfte geformt und aus ihnen hervorgebracht, zumindest wenn und solange wir auf dieser Welt weilen. Aus diesen Kräften sind schon unsere Vorfahren (Ahnen) hervorgegangen, ebenso werden das unsere Nachfahren tun. Um auf wirklich gute Weise in der Mittelwelt leben zu können, brauchen wir die Liebe, Erfahrungen mit Liebe und Beziehung, und dafür ist der zweite Stein, sind die damit verbundene Berggeister und Steinkräfte da. Ein schönes Symbol ist mein Onkel und sein Vater, dessen Taten so viel Leid und Schmerz hervorgebracht haben, sie sich aber in mir als versöhnt und in Frieden gezeigt haben. ..... und anderseits ich, der noch nicht mit seinem Pflegevater und Vater versöhnt ist.

 

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....... auf dem Rückweg.
....... auf dem Rückweg.

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