Berg-Initiation (Apukuna-Karpay) 2.2

Es ist mir bei diesem Text wichtig, noch einmal einen verkürzten und persönlichen Rückblick zu machen, weil das für mich selbst und in Verbindung mit dieser Berg-Initiation der Apukuna-Karpay, relevant ist. Denn seit ich vor über 11 Jahren aus Peru zurückgekommen bin, dort in den Visionen so viele Schlangen-Begegnungen hatte, am allerersten Abend im Camp schon eine Schlange auf meinem Pfad hatte, scheine ich selbst in einer Schlangen-Phase zu stecken. Die Schlange in ihrer (schamanischen) Symbolik ist unter anderem einerseits jene, die der Erde am nächsten und mit ihr am unmittelbarsten verbunden ist, anderseits häutet sie sich zwecks Erneuerung und Wachstum immer wieder. Und genau das geschieht mit mir seit dieser Peru-Reise und hat bis jetzt nicht aufgehört! Aber das musste es auch unweigerlich mit sich bringen, denn meine Hauptvision schickte mich zurück nach Hause mit dem Auftrag, mich um meine eigene innere und äussere Wurzel (Herkunft) zu bemühen. Damit einher geht nun beständig, dass ich mich zum einen immer weiter 'meiner' Erde annähere, zum anderen, dass ich alles ablege was nicht zu mir gehört und mit meiner Wurzel im Einklang ist.

 

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Don Hernan und Don Claudio (Foto Janine Jenal)
Don Hernan und Don Claudio (Foto Janine Jenal)

So habe ich mir die Teilnahme an dieser Berg-Initiation gut überlegt und in mich gespürt, und ob der Zeitpunkt gut und passend ist. Aber irgendwie hat es sich natürlich gefügt und ist zu einem passenden Moment in mein Leben gekommen, denn ende letztes und anfang neues Jahr, hat ich das intuitive Empfinden, dass das Bisherige sich verändert. Ich hatte die letzten 4 Jahre viel Zeit, Energie und Liebe - sowie einiges Geld - in den Bereich der physikalischen Medialität investiert, was auch sehr wichtig und stimmig war. Dabei habe ich sehr viel Gutes und Kraftvolles gelernt, habe aber auch einiges von der Schattenseite - meiner wie jene der anderen - abbekommen, so dass es mir nach weiteren (kleineren) Vorfällen im neuen Jahr einfach genügte. Das und in dieser Weise will ich nicht mehr, und gehört auch nicht zu mir und meiner Art! Ich bleibe zwar der physikalischen Medialität treu, denn da habe ich etwas gefunden und erhalten, das ein natürlicher Teil meiner selbst ist. Aber im Aussen muss ich mich noch etwas mehr zurücknehmen, während ich im Innen diese Medialitätsform mit all dem kombinieren und verbinden möchte, das auch noch zu mir und meinem Wesen gehört.

 

So war es schön und total interessant, dass mir die 'physikalische Medialität' auch an diesem Wochenende begegnet ist, und zwar in einer Geschichte von Don Claudio. Dabei erzählte er, dass er als Junge krank und einfach nicht mehr gesund geworden ist, so dass sein Vater eines Tages mit ihm zu einem Heiler - einem Altomesayoq - ging. Bei diesem fand dann eine Zeremonie in einem völlig verdunkelten Raum statt, und in der der Apu (Berggeist) vom Berg Ausangate sich physisch materialisierte, und im Folgenden auf die Ursache der Krankheit und auf den Heilungsweg verwies. Als Kind war Don Claudio ziemlich eingeschüchtert, wie sich dieser Apu flatternd mit Flügelschlägen im Raum einfand und dann in der völligen Dunkelheit, mit ihnen allen sprach. So schlich er sich zur Türe und machte diese einen Spalt weit auf, dabei schien das Mondlicht etwas hinein und er konnte erkennen, dass eine Art kleineres Männchen auf dem Altar stand, worauf er schnell wieder die Türe zu machte. Jedenfalls hielt der Vater und er sich an die Anweisungen des Apu's, so dass er nach einiger Zeit einerseits gesund, anderseits dann selbst im Laufe der Jahre zu einem Heiler/Paqo wurde(x).

 

Ist das nicht eine interessante und eindrückliche Geschichte? Diese ging dann insofern noch weiter, dass sein Vater auch noch einen kraftvollen Traum hatte, und dieser darauf verwies, dass Don Claudio in einem bestimmten Umfeld nach einem besonderen Stein suchen sollte. Auch dies machte er, es brauchte aber mehrere Jahre bis er den 'richtigen' Stein fand und dieser war so schwer und gross, dass er ihn kaum nach Hause brachte. Aber dort wurde er dann geweiht und zu einem seiner Medizin- und Helfersteine, was Teil dieser schönen Arbeit und einer der Wege ist, wie die Paqos 'Heil- und Initiationskraft' bewegen und anwenden. Und genau so war es auch an diesem besonderen Wochenende mit uns, und sie ihre kraftvolle sowie natürliche Heil- und Initiatiosweise auf unsere Steine, ebenso auf uns übertrugen und anwandten. Das alles hat mich einmal mehr beeindruckt, einerseits die Einfachheit und Klarheit, anderseits diese natürliche Kreativität und Lebendigkeit, wie diese Menschen mit 'Energie' umgehen! Im Folgenden natürlich auch, was diese Arbeit in und mit mir bewegte, was sie in mir auslöste und mit mir machte, und welche Wege sie für mich (er)öffnet.

 

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Don Hernan (Foto Janine Jenal)
Don Hernan (Foto Janine Jenal)

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Fotos JANINE JENAL, DIWAN BASEL und ANDEN-SCHAMANISMUS (Link)

"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man auch die Dunkelheit erforscht."

(sinngemäss nach C.G. Jung)

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