Berg-Initiation (Apukuna-Karpay) 2.1

Am Abend vor dem Wochenende der Berg-Initiation, war ich zusammen mit meinem Sohn noch an einem Despacho(1) bei Don Claudio und Don Hernan, den Lehrer und Vermittler dieser kommenden Einweihung. Eigentlich hatte ich das gar nicht geplant, es war ein 'Zufall', dass ich mit meinem Sohn zu dem Zeitpunkt am Computer gesessen bin, als per Mail die Information dazu kam und mein Sohnemann sein Interesse bekundet hat, daran teilnehmen zu wollen. Also sind wir zusammen hingegangen, und für ihn wurde es eine ganz neue Erfahrung, während es für mich ein schöner Einstieg für das Wochenende geworden ist, vor allem da ich mich schon etwas länger nicht mehr in diesem Kraftfeld bewegt habe. Aber wieder konnte ich erleben und was mich immer schon berührt hat, was für eine liebevolle und schöne Medizin diese 'Anden-Schamanen' weben und praktizieren. Einerseits so farbig und lebendig, anderseits doch voller Hingabe und tiefer Verbundenheit - da kann ich mir noch so manche Scheibe abschneiden! ......... Jedenfalls wurde es für mich ein besonderer Abend, diesen zusammen mit meinem 10-jährigen Sohn zu erleben und ihn miteinander zu teilen.

 

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Don Hernan, mein Sohn, Don Claudio (von l. nach r.)
Don Hernan, mein Sohn, Don Claudio (von l. nach r.)

Nachdem ich nun so viele Jahre auf meinem spirituellen Pfade wandle, bin ich durch die gemachten Erfahrungen auf diesem vorsichtiger damit geworden, wo ich heute hingehe und an was ich teilnehme. Denn so schnell kann es geschehen, dass man mit 'Kräften' oder 'Energien' in Kontakt kommt, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben möchte, die einem nicht gut tun, oder einfach fremd und nicht passend sind. Darum ist es so wichtig, dass man das Eigene sehen, erfahren und wertschätzen lernt, das was vom eigenen Innen und von der eigenen Wurzel her kommt, denn nur dadurch wird man einerseits stark, anderseits kann man sich gegen das 'Fremde' schützen oder abgrenzen. Anderseits kann es genau dieses Fremde und Unbekannte sein, das was von Aussen und von einer anderen Richtung her kommt, das einem etwas im eigenen Inneren erst eröffnet oder bewusst macht. Ebenfalls kann manchmal erst die Wahrnehmung und Erkenntnis des 'Falschen' einem bewusst machen, was man nicht will und was man wirklich braucht oder sucht. Somit bringt-hält einem erst ein beständiges inneres und äusseres Abgleichen, auf seinen eigenen und für sich 'richtigen' Weg!

 

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie hier in meiner Gegend und in meinen jungen Jahren, der indianische Weg modern wurde, wie hier verschiedene nordamerikanische Medizinleute zu Besuch kamen, lehrten und Schwitzhütte anboten. Anderseits entwickelten oder offenbarten sich hier Wege, die teils mit Carlos Castaneda einhergingen und sehr mystifiziert wurden, oder hin und wieder tauchte ein 'Azteken-Priester' auf der grosse Rituale abhielt (und dabei ausgiebig über die Kultur der Weissen herzog). ... Obwohl ich mir das und noch so einiges anderes anschaute und auch so einiges darüber gelesen habe, waren mir diese Wege teils zu 'männlich' und zu hart. Ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen und noch wichtiger, mich darin finden und spüren! Dies änderte sich erst in der Begegnung mit Norbert Muigg einem weissen, initiierten Maya-Priester(x), der eher einem 'weiblichen', sanften und doch starken Weg folgte, der ebenfalls an eine indianische Tradition anknüpfte. Auch die Rituale, Heilweisen und Initiationen die ich mit ihm erlebte und an mir erfuhr, waren überwiegend von Liebe, Schönheit und Sanftheit geprägt, und fast alles geschah in einem natürlichen Fluss.

 

Jedoch 'menschelt' es überall, so dass es einerseits früher oder später zu Spannungen kommen wird, anderseits wird man auch mit den mehr sanften Heilweisen, unweigerlich an seine inneren Schwächen und Schattenseiten herangeführt. Herausforderungen bleiben also bestehen und wollen angegangen sein, aber man hat immer die Wahl auf welche Weise man das tun möchte. Und man kann sich auch mit den 'sanften Heilweisen' übernehmen, so mir geschehen mit diesem Maya-Weg, und es mich so aus der Bahn geworfen hat, dass ich nicht mehr wusste wie mir geschah. Es sollte noch Jahre dauern, bis ich dies erfassen und wirklich verstehen würde, dafür musste ich zuerst noch nach Peru(x) und einem weiterem 'Ruf' folgen. Erst dort unten im Dschungel, noch einmal einen eher 'männlich-harten' Weg gehend - viele Tage überwiegend alleine, Diät, pflanzlicher Medizin, Zeremonien mit Tabak und Ayahuasca - brachten weitere wichtige Einsichten. All das hat es gebraucht, auch bestimmte Visionen und Erkenntnisse, die wohl nur dort und unter diesen Umständen möglich waren, um mich schlussendlich mit einer klaren Führung und Botschaft zurück nach Hause zu führen.

 

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Altar mit persönlichen Mesas ('Kraftbeutel').
Altar mit persönlichen Mesas ('Kraftbeutel').

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