Séance, Spirits und Vertiefung 2.3

Mittlerweile war ich vor ein paar Tagen an der schon erwähnten Séance die angestanden ist, und diese war einerseits ein Höhepunkt und spektakulär, anderseits und für mich, ebenso ein Tiefpunkt und eine Enttäuschung. Die Erscheinung aber einer Geist-Persönlichkeit und ihre Herausarbeitung aus dem Ektoplasma, war wahrlich eine Glanzleistung der 'Kräfte' und des Mediums. Ebenso die Menge an Ektoplasma die dafür nötig war und die man uns am Schluss im Kabinett 'ausgebreitet' gezeigt hat, kann ich nur als absolut eindrücklich bezeichnen! Um diese Glanzleistung zu erreichen, hat man dafür fast alles andere weggelassen, was sonst an solch einer Séance auch noch geschieht oder gezeigt wird. Es kam mir vor, wie wenn dieses Mal alles gut durchgeplant war, damit vermutlich möglichst viel Kraft und Energie für den Aufbau der Geist-Persönlichkeit zur Verfügung stand. Und man könnte sagen, dass gegen und für das Aussen, das Ergebnis perfekt und alles gut war! Es ist etwas absolut einzigartiges gezeigt und offenbart worden, und entsprechend (berechtigt) wurde dann auch jubiliert und der Welt das Ergebnis in Fotos dargeboten. Aber zu welchem Preis und gegen das Innen?!

 

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Ich selbst war nach dieser Séance energetisch so ausgelutscht wie noch nie, und noch drei Tage danach kaum zu gebrauchen. (Nachträglich: ich habe über eine Woche gebraucht um mich zu erholen.) Mittlerweile weiss ich zwar, dass abgesehen vom weltlichen Geld-Preis, ich immer auch einen energetischen Preis für die Séancen 'bezahlen' muss, aber wenn das grosse Ganze plus/minus stimmt, dann ist das für mich in Ordnung. Dieses Mal aber habe ich über meine Grenze hinaus ziemlich drauf bezahlt, denn einerseits und dadurch, dass alles gut durchstrukturiert war, fehlte der Séance das gewisse Spontane und Lebendige wie sonst. Anderseits, ging es dabei nicht wirklich um uns TeilnehmerInnen, sondern die Séance stand überwiegend im Kraftfeld einer amerikanischen Fotografin, ihrem Buch über physikalische Phänomene, und um das sich manifestierende Geistwesen. Etwas herb ausgedrückt - ich empfand es zumindest teilweise so -, wurden wir TeilnehmerInnen und unsere Energie dazu benötigt, dass ein eher missglückter Versuch in einer vorderen Séance, nun nachkorrigiert werden konnte. Gegen aussen ist das auch mit Bravour geglückt, aber gegen innen?!

 

Man verstehe mich richtig, ich gönne dem Medium seinen Erfolg, seine Arbeit und Können ist absolut grossartig, und nicht ohne Grund, hat dieses eine gewisse Vorbildfunktion für mich(!). Aber erstmals in den letzten über 4 Jahren, habe ich eine Séance hinterher gleich verlassen müssen, weil ich mich so 'ausgelaugt' und auch 'gebraucht' gefühlt habe. Das wäre anders gewesen, hätte man uns zu einer freien Séance gebeten, mit der Bitte das Medium mit Liebe und Energie zu unterstützen, um für die Fotografin, das Buch und für gute Fotos zu sitzen. So aber konnte ich mich an der Erscheinung des Geistwesens nicht durchwegs erfreuen, mag es noch so eindrücklich, deutlich ausgeformt und bis auf die (Bart-)Haare ausgestaltet gewesen sein. Denn das Ganze hatte nichts mit mir zu tun, es ging überwiegend um das Medium, seine Arbeit und um ein 'Dort' - inklusive einer amerikanischen Silbermünze die sich noch materialisiert hat. Es ging nicht spürbar um das 'Hier', diese Séance war nicht wirklich für die TeilnehmerInnen, dass das Geistwesen wegen uns kommt, und überwiegend für uns gearbeitet wird - für etwas das wir mit unserem Geld und unserer Energie bezahlt haben. 

 

Ich bin mir aber sicher, dass dies nicht alle so erlebt, gesehen und beurteilt haben wie ich jetzt hier, das ist einfach meine Art und wie ich auf 'Stimmungen und Energien' reagiere. Aber schlussendlich hat mir diese Veranstaltung und das Leben einmal mehr, einfach etwas vor Augen gehalten (abgesehen davon, dass Wünsche und Idealvorstellungen für eine Séance unterschiedlich sein können). Ich muss zukünftig einerseits versuchen etwas distanzierter an solche Anlässe (heran) zu gehen, anderseits achtsamer in der Séance-Auswahl werden. So werde ich die nächste Séance sicher ausfallen lassen, und dann folgend wieder einmal zu einer 'Beginner-Séance' gehen, weil ich zum einen im praktischen Séance-Zirkel-Geschehen selbst noch ein 'Beginner' bin, zum anderen diese Séancen meist abwechslungsreich und auf die TeilnehmerInnen ausgerichtet sind. Aber trotz aller meiner zukünftigen Massnahmen und Bemühungen: das Lernen über das Licht und den Schatten wird bleiben! Das Lichte wird meist eher leicht und als Geschenk daherkommen, der Schatten etwas anspruchsvoller und Arbeit mit sich bringen, das eine bringt die 'Höhe' mit sich, das andere dafür mehr 'Tiefe'.

 

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....... der Boden auf dem ich stehe, erzählt mir welchen Weg ich gehe.
....... der Boden auf dem ich stehe, erzählt mir welchen Weg ich gehe.

Grundsätzlich ist es wesentlich einfacher sich auf den absteigenden Energiefluss einzulassen - auch wenn das ebenfalls unangenehm und herausfordernd werden kann -, als auf den aufsteigenden Energiefluss. Denn das Absteigende hängt nicht nur mit dem Oben und mit dem Aussen, sondern ebenfalls mit der Gedankenwelt, dem Ego-Ich und 'Dort' zusammen, was heisst, dass man auch (weit) weg von sich selber sein kann. Anders das Aufsteigende, das mit dem Unten und dem Innen, sowie mit der Gefühlswelt, dem Selbst-Ich und 'Hier' verknüpft ist. Und im Hier zu sein, heisst ebenfalls sich um das Jetzt zu kümmern, sowie innerlich und äusserlich möglichst präsent zu sein-werden, und entsprechend persönlich, weltlich und spirituell zu handeln. Aber all dies ist nicht immer leicht, weil das Aufsteigende ebenfalls an die irdische Wurzel und Herkunft geknüpft, und damit direkt mit dem unmittelbaren Erden-Leben/Erden-Dasein verbunden ist. Und an der Kreuzung vom Unten und Oben muss ich mich entscheiden, auf welche Weise ich wachsen möchte, ob ich mehr aus dem Aufsteigenden und Hier, oder Absteigenden und Dort leben und/oder agieren will.

 

Denn was immer ich auch mache und für was immer ich mich entscheide, es wird folgend alles einfärben: einerseits auf welche Weise ich mich selbst gegen innen entfalte, reife und entwickle, anderseits wie ich mich und meine Arbeit, Berufung, Hobby's (etc.) in die Welt und gegen aussen hinaustrage. Im 'Hier' zu sein heisst mich im Hier auf mich selbst einzulassen, ebenfalls mich im unmittelbaren Hier einzubringen. Mich in erster Linie (liebevoll) um Familie, Freunde und mein Umfeld bemühe, mich für die Natur und Tiere einzusetzen, menschliche und spirituelle Heilung bringe, das Leben selbst berühre, und anderes mehr. Ich kann aber auch im 'Dort' verweilen und mich dabei selbst verlieren, regelmässig in Musik, Internet oder Fernsehen versinken, davon träumen wie es denn wäre 'wenn', oder wie im Dort alles idealer und stimmiger ist. Ebenfalls meinen Kopf ständig in Büchern haben - aber kaum etwas davon umsetzen -, in 'besseren' Religionen verweilen und in 'höheren' Regionen schwelgen, ohne aber im Hier ernsthaft dafür zu sorgen (arbeiten), dass das Jetzt für alle ein schönerer und heilerer Ort wird. ........ Ich habe die Wahl - zu Gunsten von mir selbst und der ganzen Welt!

 

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"Man erlangt wahrhaftige Einsicht und Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man ebenso in die Dunkelheit hinabsteigt und diese erforscht." R.W.S

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"Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass die meisten Menschen ihre körperlichen, geistigen und seelischen Möglichkeiten nur zu einem sehr geringen Teil ausschöpfen .... Wir alle verfügen in unserem Leben über ein Potenzial unvorstellbaren Ausmasses, auf das wir nur zuzugreifen brauchen." (William James)