Séance mit Mychael Shane 2

Zuerst gab es eine kleine Pause und frische Luft für alle, dann trafen wir uns wieder im Raum, nachdem wir am Eingang zuerst alle kontrolliert wurden, ob wir auch ja keine Gegenstände mit dabei hatten die in irgendeiner Form Licht machen konnten, also z.B. Feuerzeuge, Handys oder Taschenlampen. Licht ist sozusagen das grüne Kryptonit für physikalische Medien, und kommen diese im falschen Moment mit Licht in Kontakt, können sie ernsthaft verletzt werden und Schaden nehmen. Es wurde dann im Umfeld des Mediums alles kontrolliert, ebenfalls das Medium selbst, und ob es ja nichts gibt womit betrogen werden könnte. Dann wurde das Medium an den Füssen und mit den Händen an den Stuhl mit Klebeband gefesselt, dann nahm es Wasser in den Mund, der Mund wurde ebenfalls verklebt und mit einem wasserfesten Stift  an den Ecken angezeichnet. All dies geschah unter den Blicken aller Anwesenden, und man konnte gut spüren, dass dies Mychael schon viele male hat über sich ergehen lassen und es gelassen und ruhig hinnahm, während er im Kabinett auf dem Stuhl sass.

 

***

Nun wurden die Sicherungen heraus geschraubt, so dass nicht versehentlich das Licht angehen konnte, die Ausgangstüre des Raumes geschlossen, verdeckt und ebenfalls verklebt - wie schon die Fenster zuvor -, so dass es nun im Raum wirklich stockdunkel war. Dann wurde zuerst ein Eingangsgebet gesprochen und dann die CD abgespielt, die zuvor eingelegt worden war, und wir alle  sangen so gut wie möglich mit. Und es ging dann erstaunlich kurz, bis die erste Séancen-Trompete aus dem Kabinett geflogen kam, es folgte eine zweite und dann auch noch eine dritte, was zu grösseren Begeisterungsrufen im Raum führte. Dann fing eine weibliche Stimme an durch die Trompete zu sprechen, leicht seltsam verzehrt wie immer und nicht immer leicht verständlich. Später bezeichnete die Frau sich als Lady Nada, sie hielt einen Vortrag in dem es überwiegend um die Liebe ging, nichts neues, nichts was ich nicht schon gelesen oder gehört hätte, nicht etwas mit wirklich Tiefgang, aber auch nicht einfach nur oberflächliches Licht-Liebe-Gequatsche.

 

Aber ich war etwas irritiert, ich war bisher einfach eine andere Art der physikalischen Arbeit gewohnt, und dass da jetzt einfach jemand kommt und ausschliesslich redet, das war ganz anders. Zwar konnten dann noch von den TeilnehmerInnen Fragen gestellt werden, allgemeine, persönliche oder zur Geistperson selbst, aber auch das empfand ich jetzt nichts als überragend, aber es hatte schöne und ansprechende Facetten dabei. Jedoch musste ich mich auch hier durch den ganzen Séance-Prozess kämpfen, es war unglaublich warm im Raum - um nicht zu sagen heiss - und dass mir der Schweiss nur so herunterlief. Zum Glück hat mir mein Sitznachbar etwas gegeben damit ich mir Luft zufächeln konnte, was mich wirklich gerettet hat, aber meine Herzprobleme und mein Herz hat sich wieder sehr bemerkbar gemacht, hat wie verrückt und unregelmässig geschlagen, so dass ich mir schon etwas Sorgen machte und froh war, als auch dieser Dunkel-Teil zu Ende ging.

 

Es wurde die Türe wieder geöffnet und Licht gemacht, Mychael von seinen Fesseln befreit und er spuckte das Wasser aus das er immer noch im Mund hatte, als Beweis, dass nicht er es war der da gesprochen hatte. Statt einer kleinen Pause und wie geplant, ging es dann gleich weiter - nicht nur ich litt unter der Hitze -, Mychael wurde erneut an den Stuhl gefesselt, der Mund wurde ebenfalls erneut verklebt, nur dieses mal nahm er kein Wasser in den Mund, denn jetzt sollten sich die Steine in diesem materialisieren. Eigentlich wollte er noch eine Banane essen, denn sollte er aus betrügerisch Absicht handeln und verschluckte Steine oder anderes mehr hochwürgen, dann wäre unweigerlich die Banane und anderer Mageninhalt mit dabei. Nun ja, die Banane ging dann vergessen, Mychael erneut im geschlossenen Kabinett, das Licht wurde abgemacht - aber die Türe konnte man offen gelassen werden - und wieder sangen wir in der Gruppe, dieses mal das Mantra OM.

 

***

Zuvor waren schon ein weiss bedecktes Tischchen und ein weisses Tuch auf dem Boden bereit gelegt worden, denn sollte Mycheal mit verschlossenem Mund 'rufen' und sich bemerkbar machen, dann musste es relativ schnell gehen. Und dieses mal mussten wir wirklich nicht lange warten, obwohl OM in der Gruppe singen eine schöne Dynamik hatte, kam das 'Rufen' von Mychael recht bald. Das Licht wurde angemacht, eine Person zur linken und eine zur rechten halfen dem Medium aus dem Stuhl, das Klebeband wurde weggezogen und dann materialisierten sich die Steine aus seinem Mund. Aber es ist schwierig dies zu beschreiben, einerseits ging es recht schnell, anderseits kam es mir auch wie in Zeitlupe vor, es war für mich, als ob sich um Mychael etwas ausdehnte und ganz langsam wurde, dabei 'kamen' die Steine, fügten sich zusammen und verdichteten sich, und fielen dann aus dem Mund auf den Boden - ein paar wenige grössere und ganz viele kleinere Steine.

 

Nun wurden all die Steine zusammengesammelt und auf das Tischchen gelegt, Mychael setzte sich ebenfalls zum Tischchen und fing an die verschiedenen Steine zu sortieren, zum einen kamen die auffällig grossen Steine auf eine Seite, und die kleineren Steine wurden jeweils nach Farbe sortiert. Ich weiss nicht wie viele Steine es insgesamt waren, grössere hatte es und wenn ich mich recht erinnere drei Stück, zwei davon hatten ein Diamantschliff und waren durchscheinend und von bräunlicher Farbe - ähnlich wie Rauchquarz -, einer war wie ein Handschmeichler aus Halbedelstein und in einem bräunlich-rötlichen Farbton. Die kleineren Steine und die den grössten Anteil ausmachten, waren teils ganz durchscheinend, es gab violette und grüne Steine, soweit ich mich recht erinnere auch hellblaue, vielleicht auch noch andere Farben mehr - und diese alle sollten nun an die Menschen verteilt werden.

 

In Grüppchen gesellten wir uns nun zu Mychael und intuitiv wählte er nun einen oder zwei Steine für den Menschen aus der vor ihm stand, und gab ihm dazu zumeist eine kleine 'mediale' Botschaft. Auch bei mir war das der Fall, aber von dem was er zu mir sagte, verstand ich eigentlich nur 'Bahnhof', also nicht wirklich etwas. Es ging dabei um einen aufgestiegenen Meister von dem ich noch nie gehört hatte, ebenfalls vermochte ich die Botschaft nicht zu fassen oder zu greifen, so dass ich schon nicht mehr weiss um was es wirklich ging. Erhalten habe ich einen Stein in einem satten Grün und habe diesen wie empfohlen, in der Nacht zu mir mit ins Bett genommen habe. Aber statt, dass sich jetzt etwas heilsames-heiliges ergeben hat und wie ich es mir freudig erwünscht und erhofft habe, wurde es mir immer übler. Keine Frage, der grüne Stein und obwohl nicht gross, trägt eine kraftvolle Energie in sich, aber keine die mir wirklich wohl tat, so dass ich den Stein noch in der gleichen Nacht weglegen musste, damit ich überhaupt schlafen konnte.

 

***

Ehrlich gesagt, ich bin irritiert! Das alles ist irgendwie so ganz anders verlaufen als ich es mir idealerweise vorgestellt habe, zum einen die Hitze, zum anderen aber und vor allem, die Séance, die aufgestiegenen Meister, die Botschaft und der Stein. Ich kann es nicht wirklich einordnen, das geht deutlich im Moment über mich und was ich kenne und weiss hinaus, und ich muss es erst eine Weile kauen und verdauen!

 

***

(Zurück zu Teil 1)                                                                      (Zur Textauswahl 0)

"Man erlangt die Erleuchtung nicht, indem man sich nur das Licht vergegenwärtigt, sondern indem man auch die Dunkelheit erforscht."

(sinngemäss nach C.G. Jung)

News

ACHTUNG - Dieser Blog wird völlig neu aufgebaut und überarbeitet!

"Ziel des Lebens ist Selbst-entwicklung. Das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen, das ist unsere Bestimmung." (Oscar Wilde)

Homepage

Meine Arbeits- und Praxis-Homepage:

 

"Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass die meisten Menschen ihre körperlichen, geistigen und seelischen Möglichkeiten nur zu einem sehr geringen Teil ausschöpfen .... Wir alle verfügen in unserem Leben über ein Potenzial unvorstellbaren Ausmasses, auf das wir nur zuzugreifen brauchen." (William James)